Die verspätete Weihnachtspost

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„Früher war immer alles besser“ – so hört man es immer wieder einmal gerade von älteren Mitbürgern. „Die Bahn war pünktlicher, die Post kam rechtzeitig usw. usw.“ Früher gab es eben Postbeamte und Bahnbeamte und die sorgten schon kraft ihres Amtes für Pünktlichkeit – möchte man meinen. Aber auch früher gab es schon Verzögerungen. Und das gerade zu Weihnachten mit durchaus recht unvorhersehbaren Folgen!

Liebe Leserin, lieber Leser,

die folgende in Gedichtform präsentierte Weihnachtsgeschichte habe ich dem Internet entnommen und mir ist es trotz erheblichen Bemühungen nicht gelungen, den Autor zu ermitteln.1 Da bei dieser Geschichte aber eine gewisse Verbindung zwischen Weihnachten und den Dienstgeschäften der früheren „Postbeamten“ besteht, möchte ich sie Ihnen nicht vorenthalten und ich hoffe sehr, Sie werden sich in der stillen Weihnachtszeit mit mir ein wenig darüber amüsieren, denn gerade auch in der „Stillen Zeit“ kann man ab und zu auch ein wenig Humor bestens gebrauchen…

„Gleich, nach dem Krieg, im 46er Jahr,
hat´s nix zum Ess´n geb´n,
und das ist wahr!
Da war es ja schon allerhand,
wenn Du mit einem Bauern warst verwandt.
Net zum veracht´n war auch da,
ein Onkel in Amerika!

Am Heiligen Abend schreit Mama Hurra!,
ein Packerl aus Amerika!,
von unserer lieben Tante Ros´n,
gefüllt mit ein paar vollen Dos´n!“
Sie reißt´s gleich auf und reck´ den Hals,
oben auf sind drei Pfund Schmalz!
Ein Kilo Bohnenkaffee – schau –
eine große Dos´n mit Kakao!
Und neben dran, o gute Seel´,
eine Büchs´n mit Olivenöl,
und auch a große Dos´n Reis,
zwei Kilo Mehl, wie Schnee, so weiß!“

Und alles schrieb die Tante Ros´n
höchst eigenhändig auf die Dos´n.
Bloß von der Weißblechdos´n unt´n,
da war der Zettel halt verschwund´n.
Was kann in dieser Dos´n sei?
Ich hab´s probiert – ein paarmal glei´.
Es war nicht sauer und nicht süß,
g´schmeckt hat´s wie eigeschlaff´ne Füß´.
So haben wir uns die Köpf´ zerbrochen:
Was kann man aus dem Pulver kochen?

Die Mama meint: Des könnt´ ein Schmankerl sei,
wir kochen d´raus an guten Brei!“
So gibt sie gleich mit Milch und Ei
das Pulver in die Pfanne nei.
An guten Rat gibt ihr noch d' Oma:
Gib´ rein eine Prise Zimtaroma,
rühr´s z´samm noch mit am Löffel Schmalz
und gib dazu a Prise Salz!
Und mit der Eibrenn´ dann und Zwiebel,
hat´s wirklich g´schmeckt – war gar nicht übel!

Ja, liebe Leut´, erst drei Tag d´rauf,
klärt mit einem Brief sich alles auf!
Und schuld d´ran, es ist ein schwacher Trost,
warn bloß die Beamten von der Post!

Denn die Tante Ros´n, die hat geschrieb´n:
„Ich schick euch heut ein Packerl nach drüb´n
mit lauter schönen, guten Sachen
und hoff´, dass die Euch Freude machen.
Nur, was ihr leider noch nicht wisst's,
dass Euer Onkel gestorben is´.
Er war trotz seiner 90 Jahr
ein echter Bayer, das ist wahr!
Ich will sein' letzt´n Wunsch euch künd´n:
In Bayern will er Ruhe find´n.
Und so sei es halt, wie es so sei –
setzt ihn in Eurem Friedhof bei!
Seine Asche ist in der Weißblechdos´n!
In stiller Trauer, Tante Rosn.

Und so haben wir, – wir werdn´s nie vergess´n,
an Weihnachten unseren Onkel gess´n!“


Ein Frohes Weihnachtsfest und ein Glückliches Neues Jahr wünscht Ihnen allen,

Ihr
Dr. Maximilian Baßlsperger


1 http://www.weihnachtsstadt.de/gedichte/lustig/nachkriegs-weihnacht.html ; http://mytech.fiala.cc/untechnisch/nachkriegs-weihnachten ; http://www.deanita.de/weihnachten/w_weissblechdose.htm



Lesen Sie dazu auch die Beiträge mit dem Titel:





Der nächste Beitrag in dieser Reihe erscheint nach den Weihnachtsferien am 13. Januar 2020

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1 Kommentar zu diesem Beitrag
kommentiert am 16.12.2019 um 10:14:
Herrlich! Als ehemaliger Studierender möchte ich mich für Ihre tollen Beiträge in dieser Blogreihe sehr herzlich bedanken. Ich habe diese ebenso genossen, wie die vielen Stunden im Beamtenrecht bei Ihnen. Ich bin jetzt "Personaler" und lese Ihre Blogs immer wieder gern.
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