Kommunalwahlen sind viel zu selten!

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Am 16. März 2014 fanden in Bayern Kommunalwahlen statt. Gewählt wurden dabei die Bürgermeister und Landräte als Kommunale Wahlbeamte und die Mitglieder der Stadt- und Gemeinderäte sowie der Kreistage. Die Amtszeit beträgt dabei sechs Jahre. Diese Amtszeit erscheint aber sowohl im Interesse der Wähler als auch der Gewählten viel zu lang.

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die Amtszeit der gewählten kommunalen Amtsträger beträgt bekanntlich sechs Jahre. Diese Amtszeit erscheint aber sowohl im Interesse der Wähler, als auch der Gewählten viel zu lang.

Das Interesse der Wähler ist eindeutig, denn den Kandidaten liegen zunächst unsere leiblichen Bedürfnisse während des Wahlkampfes ganz besonders am Herzen. Wann – außer in den vier Wochen vor der Wahl – erhält man in unseren Gemeinden und Städten schon kostenlos Wurstsemmeln und Bier aus Plastikbechern? Wann wird man als Pendler am Morgen mit heißem Tee und Butterbrezen versorgt? Wann werden zufällig vorbeikommende Damen mit Blumen in den Parteifarben verwöhnt? Wann erhält man schon umsonst Kaffee und Kuchen vor den Supermärkten – und kann sich dann auch noch mit den Kandidaten für ein kommunales Amt unterhalten?

Aber damit noch lange nicht genug! Wann werden unsere unkrautüberwucherten städtischen oder gemeindlichen und oft verwahrlosten Grünflächen wieder einmal durch Kandidaten für den Stadtrat oder das Bürgermeisteramt gereinigt – wobei es auch keine Rolle spielen darf, dass eine Abbildung der fleißigen Amtsbewerber stets alsbald in der Zeitung erscheint? Wahlwerbung? Nein! Sauberkeit ist das Gebot der vier Wochen vor der Wahl, der gute Wille zählt und nicht das erhoffte Wahlergebnis. Bei der Häufigkeit der Selbstdarstellung in der Presse könnten die Kandidaten für die Kommunalwahl allerdings noch von unseren Landtags- und Bundestagsabgeordneten lernen. Diese scheinen keine Chance auf irgendeine Abbildung in der Presse auszulassen und für die Wahlplakate verwenden gerade weibliche Abgeordnete oftmals solche Porträts, die sicher nicht in diesem Jahrhundert angefertigt wurden.

Aber wieder zurück zu den Kommunalwahlen: Auch das kulturelle Leben in den Gemeinden und Städten wird gefördert. So erspart man sich den Eintritt für eine Veranstaltung der Heimatbühne, wenn man die öffentliche Diskussion der Bürgermeisterkandidaten verfolgt, zumal dann, wenn die rein aus Gewinnstreben erfolgten Investitionen einiger Parteimitglieder in örtliche Bauten als eine Leistung der gesamten Partei dargestellt werden, die doch in erster Linie der Allgemeinheit und damit uns Wählern zugutekommt? Das fordert ein Schmunzeln doch geradezu heraus und Humor ist bekanntlich, wenn man trotzdem lacht. Sollen wir auf all das wieder sechs Jahre warten müssen?

Aber auch die Kandidaten profitieren selbst von dem Kommunalwahlkampf ungemein. So trägt die permanente Abwesenheit eines Ehepartners in den letzen vier Wochen vor der Wahl zum häuslichen Frieden in einem sonst ungewohnten Maße bei. Frustrierte Hausfrauen und Rentner haben nun die Chance, schon während des Wahlkampfes – und erst recht bei einem für sie positiven Wahlausgang – einer mehr oder minder sinnvollen Teilzeittätigkeit nachzugehen.

Nicht von der Hand zu weisen sind auch die Chancen, die sich für rechtskräftig verurteilte Straftäter vor und nach dem Wahlkampf ergeben. Was könnte besser zur Resozialisierung beitragen, als der positive Ausgang einer Wahl in einen Stadt- oder Gemeinderat.

Bürgermeisterkandidaten sehen da sogar die noch viel größere Chance, sich im Falle der Wahl einen sicheren, gut dotierten und zur Beamtenversorgung berechtigenden Posten im öffentlichen Dienst zu ergattern. Dabei darf es auch keine Rolle spielen, ob man bereits innerhalb der Verwaltung oder evtl. als Gemeinderat Kenntnisse von den Verwaltungsabläufen, von Bau-, Haushalts-, Gewerbe-, Arbeits-, oder Beamtenrecht oder irgendeinem sonstigen Rechtsgebiet erworben hat. Solche Kenntnisse sind für die Übernahme eines Bürgermeisteramtes ja nicht nur überflüssig, sondern vielleicht sogar unerwünscht und kontraproduktiv. Man soll schließlich als Stadtoberhaupt unvoreingenommen handeln können. Nur das zählt.

Schade nur, dass wir Wähler ebenso wie die Gewählten auf all das nun wieder sechs Jahre warten müssen – zumal der Kugelschreiber, den ich im Wahlkampf geschenkt bekommen habe, schon jetzt nicht mehr zu gebrauchen ist.

 

Ihr

Dr. Maximilian Baßlsperger

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