Das Statistische Bundesamt hat den aktuellen Bericht zur Vergabestatistik 2024 veröffentlicht. Im Berichtszeitraum vom 1.1.2024 bis 31.12.2024 wurden danach rund 200.000 Aufträge mit einem Volumen von etwas mehr als 135 Milliarden Euro vergeben.
§ 1 Abs. 3 i.V.m. § 3 VergStatVO verpflichtet alle Auftraggeber nach § 98 GWB, bestimmte Daten zu Beschaffungsvorgängen im Oberschwellenbereich und eingeschränkt auch im Unterschwellenbereich an die Vergabestatistik zu übermitteln. Art und Umfang der Datenübermittlung ergibt sich aus § 2 VergStatVO.
Mit der Durchführung der Vergabestatistik ist das Statistische Bundesamt (Destatis) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) beauftragt. Die in der VergStatVO festgelegten Daten sind ab einem Auftragswert über 25 000 Euro ohne Umsatzsteuer innerhalb von 60 Tagen nach Zuschlagserteilung zu übermitteln. Der Regierungsentwurf zum Vergabebeschleunigungsgesetz v. 6.8.2025 sieht die Anhebung der Wertgrenze zur Meldepflicht an das Statistische Bundesamt auf 50.000 Euro vor. Den Berichtsstellen bleibt es allerdings unbenommen, Aufträge über 1.000 Euro freiwillig zu melden. Der Entwurf zum Vergabebeschleunigungsgesetz befindet sich zurzeit im parlamentarischen Verfahren.
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Der aktuelle Vergabestatistikbericht des Statistischen Bundesamtes enthält u.a. die für den im Erhebungszeitraum 2024 übermittelten Daten zu folgenden Beschaffungsaspekten:
- die Gesamtanzahl der Vergaben und das Gesamtbeschaffungsvolumen,
- Auftragsvergaben an kleine und mittlere Unternehmen,
- Auftragsvergaben mit Nachhaltigkeitskriterien sowie
- das Verhältnis von Vergaben oberhalb der Schwellenwerte für EU-weite Ausschreibungen zu nationalen Vergaben unterhalb dieser Schwellenwerte.
Nach dem Bericht wurden 2024 insgesamt 199.334 öffentliche Aufträge und Konzessionen mit einem Auftragsvolumen von ca. 135,2 Mrd. Euro erfasst.
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Davon fallen 23.3592 Aufträge mit einem Gesamtvolumen von ca. 102,2 Mrd. in den Oberschwellenbereich und 175.742 Aufträge mit einem Gesamtvolumen von ca. 33 Mrd. Euro in den Unterschwellenbereich.
Im Unterschwellenbereich wurde 39.479 Aufträge unter Einbeziehung von Nachhaltigkeitskriterien (22,46 %) gemeldet, im Oberschwellenbereich beläuft sich der Anteil der Einbeziehung von Nachhaltigkeitskriterien auf 26,42 % (= 6.233 Aufträge).
Im Unterschwellenbereich wurden in ca. 85 % (= 149.410 Aufträge) der Fälle Aufträge an kleine und mittlere Unternehmen erteilt. Im Oberschwellenbereich lag die Quote bei ca. 59 % (= 13.805 Aufträge).

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Die statistischen Daten, die Grundlage des Berichts sind, hat das Statistische Bundesamt hier sowie unter Genesis veröffentlicht.
Einen schnellen Überblick über die Vergabestatistik 2024 finden Sie hier.
Verfasser: Rudolf Ley / Dietmar Altus