Geschlechtergerechte Verwaltungssprache oder reiner Wahnsinn?

40 Bewertungen

Frauen sind nach der Verfassung gleichberechtigt (Art. 3 Abs. 2 Satz 1GG). Gilt das allgemein oder muss man diese Selbstverständlichkeit auch noch durch eine möglichst geschlechterneutrale Sprache untermauern? Vielleicht sollte man sogar ausschließlich die weibliche Form verwenden, wie dies tatsächlich bereits in einem Gesetzesentwurf praktiziert wurde.1

Liebe Leserin, lieber Leser,

der Verein Deutsche Sprache e.V. wies vor Kurzem auf folgende Stellenausschreibung hin:

Stellenanzeige Bild.jpg

Die „spinnen, die Römer!“ sagt Asterix und so mancher Leser dieser Anzeige wird das auch von den Personalverantwortlichen der „Familienstadt Sehnde“ gedacht haben. Aber spinnen diese wirklich oder mangelt es einfach nur an Allgemeinbildung, weil man üblicherweise „Beamter“ mit „er“ schreibt und nicht mit „a“……?

Weit gefehlt! Wenn man den Vorschlägen der Humboldt Universität folgt2, dann ist das – gendertechnisch gesehen – sogar der Stein der Weisen! Danach soll künftig nicht mehr Beamter, sondern nur mehr ein „Beamta“ und nicht mehr Bäcker, sondern nur mehr ein „Bäcka“ im deutschen Schriftverkehr verwendet werden, damit Frauen sich nicht mehr diskriminiert fühlen. Wem das nicht gefällt, der ersetzt männliche Endungen einfach durch ein Sternchen oder ein „X“: Aus dem „Doktor“ wird so der „Doktox“, bei der Visite im Krankenhaus erscheinen künftig mehrere „Doktoxs“. Auch mit dem „@“-Zeichen könnten Irritationen auf Frauenseite verhindert werden, wenn beispielsweise aus „human“ „hum@n“ werde.

Und so mancher durchschnittlich denkende Normalbürger wird sich wieder an das vorher erwähnte Asterix–Zitat erinnern.

Mittlerweile besteht eine ganze Reihe von anerkannten Möglichkeiten, sich bei dem Begriff des Beamten geschlechtergerecht auszudrücken.

Beispiele:

  1. Ohne Bindestrich: der Beamte/die Beamtin bzw. die Beamten/die Beamtinnen
  2. Mit Bindestrich: Beamte/-innen
  3. Klammerform: Beamte(innen)
  4. Großschreibeverbindungsbuchstabe: LehrerIn bzw. LehrerInnen
  5. Genderstern: Beamte*innen, ein*e Beamter*in
  6. Gender-Gap: Beamte_innen, ein_e Beamter_in
  7. Doppelpunkt: Beamte:innen, ein:e Beamt:in
  8. Neutrales „a“: Beamta
  9. Neutrales x: Beamtx
  10. At-Zeichen: Beamt@

Oft findet man von „Gender-Hardlinerinnen“ auch Umschreibungen mit „Person“. Danach handelt es sich bei

  • einem Lehrer künftig um eine „Lehrperson“,
  • einem Bäcker um eine „Mehlwaren produzierende Person“ und bei
  • einem Beamten um eine „im öffentlichen Interesse tätige, durch Urkunde ernannte Person“.

Hier wird zwar klar übersehen, dass „die Person“ nur in einer weiblichen Form existiert und damit in der Konsequenz die Männer diskriminiert werden, aber das alles ist den bereits erwähnten „Gender-Hardlinerinnen“ noch lange nicht genug: Ein Referentenentwurf aus dem Bundesjustizministerium von Christine Lambrecht (SPD) zum Sanierungs- und Insolvenzrecht sorgte am 12.10.2020 für helle Aufregung in Berlin, weil er nahezu ausschließlich weibliche Formulierungen enthält.3

Der Verein deutscher Sprache4 wendet sich vehement gegen solche Sprachverschandelungen und führt zum „Zwangsgendern“ das aus, was im Folgenden auszugsweise wiedergegeben wird:

  • Zwischen dem natürlichen und dem grammatischen Geschlecht besteht keinerlei fester Zusammenhang. Beispiele: Der Löwe, die Giraffe, das Pferd, aber auch der Mensch

  • Warum fehlt im Duden das Stichwort „Christinnentum“ – da er doch die Christin vom Christen unterscheidet?

Der Große Duden treibt die Gendergerechtigkeit übrigens inzwischen so weit, dass er Idiotinnen als eigenes Stichwort (!) verzeichnet!

Fazit:

Wir sollten in unserem „Vaterland“ die schöne deutsche „Muttersprache“ nicht durch ein völlig unnötiges Gendern in einer Weise komplizieren und verschandeln lassen, die sie in keiner Weise verdient hat.


Ihr

Dr. Maximilian Baßlsperger

Weitere Artikel zu folgenden Schlagworten:
Mein Kommentar
Sie sind nicht eingeloggt
Bitte benachrichtigen Sie mich bei neuen Kommentaren.
Ihr Kommentar erscheint unter Verwendung Ihres Namens. Weitere Einzelheiten zur Speicherung und Nutzung Ihrer Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Sicherheitskontrolle: Bitte rechnen Sie die Werte aus und tragen Sie das Ergebnis in das dafür vorgesehene Feld ein. *

2 Kommentare zu diesem Beitrag
kommentiert am 24.10.2020 um 14:45:
Um die Frage in der Überschrift wohl für jeden durchschnittlich denkenden Normalbürger eindeutig zu beantworten: Einfach nur Wahnsinn - sage ich als Frau!
kommentiert am 19.10.2020 um 13:26:
Herrlich! Ganz meine Meinung! Aber ich gehe nicht so weit, zu behaupten, dass nur solche Frauen "gendern", die von der Natur nicht gerade mit einem guten Aussehen beschenkt wurden........
Konjunkturpaket_Banner_Detailbeitragsseite_355pxbreitpsd-min.jpg
Banner_Corona-bedingte_Rechtsänderungen_Detailbeitrag_355px-min.jpg
banner-beamtenrecht.png

Wählen Sie unter 14 kostenlosen Newslettern!

Mit den rehm Newslettern zu vielen Fachbereichen sind Sie immer auf dem Laufenden.

Login
 
Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Kostenlose Hotline: 0800-2183-333
Kontaktformular

Gerne können Sie auch unser Kontaktformular benutzen und wir melden uns bei Ihnen.

Kontaktformular
Beste Antworten. Mit den kostenlosen rehm Newslettern.
Jetzt aus zahlreichen Themen wählen und gratis abonnieren  

Kundenservice

  • +49 0800-2183-333
  • Montag - Donnerstag:    8-17 Uhr
  • Freitag:                           8-15 Uhr
  • Sie können uns auch über unser Kontaktformular Ihre Fragen und Anregungen mitteilen.

Verlag und Marken

Unsere Themen und Produkte

 

Service

 

Rechtliches

Ihre Vorteile

Folgen Sie uns

       

Zahlungsarten 

Rechnung Bankeinzug   MastercardVisa

PayPal Giropay Sofortüberweisung