Lehrer müssen in Bayern künftig mehr leisten

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Auch in Bayern herrscht ein akuter Lehrermangel. Kultusminister Piazolo will diesem Umstand an Grund-, Mittel- und Förderschulen durch verschiedene Maßnahmen begegnen.1 Er setzt dafür zwar auf die Freiwilligkeit der Lehrer – aber nicht nur – und das stößt selbstverständlich auf die einheitliche Ablehnung der Gewerkschaften.

Liebe Leserin, lieber Leser,

viele Grundschullehrer müssen nach dem Willen von Kultusminister Michael Piazolo ab dem kommenden Schuljahr mehr arbeiten. Außerdem dürfen sie ebenso wie ihre Kollegen aus den Real- und Förderschulen künftig nur noch in Ausnahmefällen vor dem 66. Lebensjahr in den Ruhestand treten. Und auch bei Teilzeitverträgen gibt es Änderungen, denn hier steigt die Mindeststundenzahl. Außerdem werden die sog. „Sabbatjahre“ abgeschafft. So soll der erwartete Lehrermangel abgefangen werden.

Im Gegenzug sollen die Lehrkräfte von Verwaltungsaufgaben entlastet werden.

Der größte bayerische Lehrerverband BLLV reagierte umgehend: Man lehne die Pläne strikt ab, die Maßnahmen seien kontraproduktiv und für das bestehende Personal demotivierend. Die Gewerkschaft kündigte «massiven Widerstand» an. In derselben Richtung reagierte auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft („GEW“).2 Nach einhelliger Ansicht der Lehrergewerkschaften sind die Maßnahmen völlig unzureichend.

Der Hinweis auf eine „schon jetzt grenzwertige Belastung der Lehrer“ durch Bernhard Baudler (GEW)3 erscheint dabei eher kontraproduktiv zu sein. Diese Aussage wird wohl in den Augen der Öffentlichkeit schon wegen der durch die Schulferien und die (in der Regel) freien Nachmittage den Lehrern zustehende Freizeit ausschließlich als eine subjektive Behauptung „pro domo“ eingestuft werden. Gleichwohl sind die Missstände offensichtlich: Nach den eigenen Berechnungen des Bayer. Kultusministeriums werden im nächsten Schuljahr etwa 1.400 Vollzeitstellen unbesetzt bleiben.

Man verlangt deshalb nicht nur vonseiten der Gewerkschaften völlig zu Recht neue Lehrerstellen, um das hohe Bildungsniveau in Bayern aufrechtzuerhalten: So wie es für die gefühlte oder auch tatsächliche Sicherheit der Bürger eine Aufstockung der Polizei bedarf, so ist es für die Bildung als eines der wichtigsten Güter unseres Staatswesens unumgänglich, das bestehende Lehrpersonal baldmöglichst zu ergänzen.

Darüber hinaus gilt es, den Lehrerberuf für die Zukunft nicht nur wegen der vielen Freizeit attraktiv und vor allem attraktiver als bisher zu gestalten. Selbst für den Fall, dass man die angekündigten „Zwangs“-Maßnahmen für angemessen hält, erscheint die vom Minister Michael Piazolo in den Raum gestellte Entlastung der Lehrerschaft bei den anfallenden Verwaltungsaufgaben nur ein erster (kleiner) Schritt in die richtige Richtung zu sein. Es gäbe hier noch eine ganze Reihe von Maßnahmen, die seitens der Politik verwirklicht werde sollten. So ist es weder sinnvoll und noch notwendig, wie etwa Simone Fleischmann vom BLLV ausführt4, ständig neue Aufgaben an die Schulen zu delegieren, wie beispielsweise die Digitalisierungsoffensive, das neue Pflichtfach Informatik, die Implementierung weiterer Alltagskompetenzen oder die Externen Evaluationen.

Einige weitere Beispiele für die Zukunft:

  • Abschaffung von Teilzeitverträgen
  • Angepasste – höhere – Vergütung
  • Reform der Lehrerausbildung, um die hohe Abbrecherquote zu minimieren
  • Entschlackung überfüllter Lehrpläne 
  • Anerkennung der Leistungen der Lehrerschaft durch entsprechende Stellungnahmen in der Öffentlichkeit


Fazit
:

Nicht nur die Max-Planck-Gesellschaft5 weist darauf hin: „Bildung ist ein hohes Gut!“ – und es gilt dieses Gut noch nicht einmal vom Ansatz her zu gefährden.


Ihr

Dr. Maximilian Baßlsperger


5 https://www.mpg.de/10445692/S031_Post_aus_016_017.pdf

 


 

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2 Kommentare zu diesem Beitrag
kommentiert am 23.01.2020 um 07:59:
B.B.! Ich würde Ihnen einmal wünschen, 5 Vormittage in Klassen zu unterrichten, in denen Kinder sitzen, die deutsch weder sprechen können, noch überhaupt lernen wollen, die Albanerclans angehören oder die aus der untersten Schicht unserer deutschstämmigen Bevölkerung stammen. Viel Spaß!
kommentiert am 21.01.2020 um 07:28:
Geht´s noch! Es macht einen großen Unterschied, ob ein "normaler" Beamter, der 40 volle Stunden pro Woche im Büro arbeitet, eine volle Stunde mehr einbringen muss oder ein Lehrer, der 18 oder 20 Unterrichtsstunden (maximal 45 Minuten) anwesend ist, nur 45 Minuten pro Woche mehr leisten soll. Das Gejammere der Lehrer versteht deshalb überhaupt niemand!
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